Oft sind es die Kleinigkeiten, bei denen uns auffällt, dass unsere Kinder mit ihrem Rücken den Anforderungen des täglichen Lebens nicht gewachsen sind. "Sitz doch gerade" - "Lass Dich nicht hängen" - wem sind diese Worte als Elternteil nicht schon über die Lippen gegangen. Das war es dann auch häufig und der Moment vergeht ohne Konsequenz.
Die Wirbelsäule ist unser zentrales Steuerungs- und Achsenorgan und Ausdruck unser selbst.
Sie zeigt während des Wachstums zum Teil Veränderungen die ohne Kontrolle und Behandlung zu Spätschäden führen können. Die Seitwärtsverbiegung der Wirbelsäule (Skoliose) ist aus fachorthopädischer Sicht die folgenschwerste Veränderung.
Da der Schmerz fehlt sind manche Kinder davon betroffen ohne es selbst zu wissen.. Ursache der Skoliose sind angeborene Erkrankungen, die zu einer schiefen Haltung der Kinder führen.
Diese Tatsache wird durch außenstehende Personen (Orthopäde, Kinderarzt , Sportlehrer Angehörige etc.) häufig eher erkannt als durch die Eltern selbst, da der tägliche Kontakt für die kleinen "Veränderungen" blind macht.
Die Skoliose führt zu einer einseitigen Belastung der Wirbelsäule. Häufig stellen sich erst beim Erwachsenen die Folgen ein. Belastungsschmerzen im Beruf, beim Sport oder schon bei den alltäglichen Dingen des Lebens. Damit es nicht soweit kommt und Spätschäden vermieden werden ist die Früherkennung das wesentliche Ziel der kinderärztlichen und orthopädischen Untersuchung im Kindes- und Jugendalter. Je früher die Erkrankung erkannt wird, um so besser und einfacher ist sie zu behandeln.
Es gilt:
Skoliosen sind während des Wachstums meist gut zu therapieren- mit Wachstumsabschluss ist die Veränderung kaum noch zu verändern!
Durch eine gezielte orthopädische Untersuchung (ergänzt durch ein möglicherweise notwendiges Röntgenbild der Wirbelsäule) kann daher evtl. der weitere Zustand der Wirbelsäule und damit unseres zentralen Achsenorgans im Leben bestimmt werden.
Die Therapie richtet sich dann nach der Ausprägung der möglichen Skoliose oder skoliotischen Deformität und wird im wesentliche durch 2 Säulen geprägt:
- Aktiver Aufbau der Wirbelsäule durch Sport und/oder Krankengymnastik und
- passive Unterstützung durch ein Tens-Gerät, Korsett oder Operation.
Stato-dynamisches Verfahren zur Analyse der Körperhaltung und der Wirbelsäule

Das 3D/4D-Analysesystem ermöglicht eine schnelle berührungslose, strahlungsfreie und großflächige optische Vermessung des menschlichen Rückens und der Wirbelsäule.
Es hilft bei der Berurteilung vielfältige klinische Fragestellungen der objektiven und quantitativen Analyse der Körperstatik und –haltung.
Dies wird z.B. bei Skoliosen, Haltungsschwächen und alle Formen von Wirbelsäulendeformitäten zur Diagnostik und als strahlungsfreie Verlaufskontrolle eingesetzt.
Auch können Beinlängenunterschiede, die z.B. nach Operationen, Unfällen oder auch angeboren auftreten, beurteillt und ihre Wirkung auf die Haltung der Wirbelsäule eingeschätzt werden.
Ein weiteres Einsatzfeld besteht aus der Beurteilung der Wirbelsäulenstatik, bzw deren Veränderung während des Bisses (Occlusion) besonders bei Patienten mit Störungen im Kiefergelenksbereich (CMD).
Daraus ergeben sich häufig wichtige Hinweise für die weitere Therapieplanung.
Der weitaus größte Teil der skoliotischen Deformitäten lassen sich durch Sport und gezielte Krankengymnastik behandeln und positiv beeinflussen. Daher sind Korsettversorgungen und Operationen nur selten noch notwendig.
Aus diesem Wissen heraus achten Kinderärzte und Orthopäden während des Wachstums besonders auf die Wirbelsäule unserer Patienten, um möglichst frühzeitig die notwendige Therapie einleiten zu können. Sollten Sie daher noch Fragen haben oder unsicher sein, wenden Sie sich an uns oder Ihren Kinderarzt - wir beraten Sie gern!